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\f0\b\fs26 \cf0 Ausstellung vom 4.-27.Oktober 2013, Stadtgalerie Bad Soden am Taunus\
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\f1\b0\fs28 \'84Die Malerei in ihrem eigentlichen Sinne\'93\
Otto Greis (1913 \'96 2001) zum 100. Geburtstag\
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Im Rahmen der "Hommage an Bad Sodener K\'fcnstler", die in einer zweij\'e4hrigen Recherche eine Ausstellung mit Viten und Arbeiten von zw\'f6lf Bad Sodener K\'fcnstlern erm\'f6glichte und realisierte. Der K\'fcnstlerin und elf K\'fcnstlern, die zwischen 1695 und 2010 lebten, ist gemeinsam, dass sie mehr als zw\'f6lf Jahre in Bad Soden am Taunus lebten und damit auch das kulturelle Leben dieser Zeit f\'fcr B\'fcrger und "Badeg\'e4ste" der Stadt bereichert haben. Unter den vielfach weit \'fcber die Grenzen bekannten K\'fcnstlern war auch der in Frankfurt geborene Otto Greis. Die Stadt Bad Soden ehrt mit der Ausstellung den K\'fcnstler, der 1945 bis 1957 hier lebte.\
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\b Grundz\'fcge und Ausrichtung der ausgestellten Exponate\

\i\b0 \
Otto Greis, einen K\'fcnstler der Nachkriegsavantgarde, trug mit  seine neuen elementaren Ans\'e4tzen Entscheidendes zur Anbindung der deutschen Kunst an die internationale Kunstszene bei.\
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Nach 1945 herrschte unter den deutschen K\'fcnstlern eine gewisse Unsicherheit, wie es weitergehen sollte. Ein Ankn\'fcpfen an die Kunst des Dritten Reiches war unm\'f6glich, deshalb schied auch die Figurative generell aus. Frankreich, das gro\'dfen Wert auf die kulturelle Reeducation der Deutschen legte, pr\'e4sentierte dem staunenden Publikum die von franz\'f6sischem Boden ausgehenden neuen Errungenschaften in der Kunst: Kubismus, Art Brut und Abstraktion. F\'fcr die meisten deutschen K\'fcnstler tat sich hier Neuland auf: die Erhaltung der Fl\'e4che.
\b \
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Ausbildung, 30er Jahre\

\b0 Bevor sich Greis 1945 diesem Thema stellen konnte, erhielt er 1935/36 eine grundlegende k\'fcnstlerische Ausbildung in Frankfurt bei einem ehemaligen St\'e4delsch\'fcler. Sie umfasste v. a. die Schulung des Auges bez\'fcglich Proportionen, Strukturen und Schaffung von R\'e4umlichkeit. Auf dieser Grundlage entstanden Landschaftsbilder und Stillleben. Besonders die hier gezeigten  Aquarelle zeigen in ihrer Farbgebung  und einem heftigen Pinselduktus ihre N\'e4he zum Expressionismus der Vorkriegsjahre. \
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\b Kubistische Phase, 40er Jahre
\b0 \
Der Krieg unterbrach Greis\'92 k\'fcnstlerische Entwicklung. 1945 kehrt Greis nach Bad Soden zur\'fcck und lernt Ernst Wilhelm Nay kennen, der in S\'fcdfrankreich w\'e4hrend des Krieges im Atelier eines Bildhauers seine Kunst weiter entwickeln konnte. In vielen Diskussionen um die Schaffung des Bildes als eigene Autonomie er\'f6rterten  beide K\'fcnstler die Wichtigkeit der kunstimmanenten  Mittel, die zur \'84Malerei in ihrem eigentlichen Sinne\'93 f\'fchren soll. Aus dieser kubistischen Phase k\'f6nnen hier lediglich Zeichnungen gezeigt werden. Aber gerade an ihnen kann sein Bem\'fchen um den Erhalt der Fl\'e4che abgelesen werden.\
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\b Informel, 1. H\'e4lfte der 50er Jahre\

\b0 In ersten Kontakten zum Informel in Paris und L\'fcttich begegnete Greis einer Kunst, die von allen althergebrachten Zw\'e4ngen und politischen Belastungen befreit war \'96 etwas v\'f6llig Neuem. Diese nicht nur f\'fcr Greis, sondern f\'fcr die gesamte deutsche Kunstszene so \'fcberaus wichtige Phase hat ihren  Ursprung im Sodener Atelier in der Paul-Reiss-Stra\'dfe. Die hier entstandenen Bilder mit ihren explodierenden Formen und Farben wurden erstmals in Frankfurt  am Main1952 in der Quadriga-Ausstellung pr\'e4sentiert. Von hier verbreitete sich die Idee des Informel wie ein Fl\'e4chenbrand \'fcber Deutschland. \
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\b Abwendung vom Informel, 2. H\'e4lfte der 50er Jahre
\b0 \
Schon ab Mitte der 50er Jahre machte sich ein starker Kompositions- und Formwille bemerkbar. 1958 verl\'e4sst Greis f\'fcr die folgenden 24 Jahre Bad Soden und Deutschland, da das Informel sich f\'fcr ihn als Sackgasse zeigte und keine Weiterentwicklung zulie\'df. In der N\'e4he von Paris erk\'e4mpft er sich in einer Serie von ebenfalls in der Ausstellung gezeigten Tuschezeichnungen und Serigrafien die Form zur\'fcck, die ihn nie wieder verlassen wird: Das geschlossene Runde und die gebogene Bahn. \
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\b Das reife Werk, 60er Jahre bis 2000
\b0 \
Unter dem Lichteindruck der \'cele de France, der schon die Impressionisten zu ihren lichtdurchfluteten Gem\'e4lden bewegten, entstanden ab den 60er Jahren Zeichnungen, Aquarelle und Gem\'e4lde, die einerseits dem Licht verpflichtet sind, andererseits seine plastische Auffassung des Bildraumes mit Hilfe der ureigenen Mittel der Malerei thematisieren. \
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Erst 1985 kehrt er nach Deutschland zur\'fcck, wo er in Ockenheim \'fcber dem Rhein bei Bingen bis zu seinem Tod lebte.\
Ausarbeitung Dr. Monika Maier-Speicher\
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\i0 Beginnend 1949 mit einer Ausstellung in der Zimmergalerie Franck in Frankfurt am Main, wurden in mehr als 60 Einzel- und unz\'e4hligen Gruppenausstellungen Arbeiten von Otto Greis in Galerien und bedeutsamen deutschen Museen gezeigt. Die Galerie Appel, Frankfurt, pr\'e4sentierte seine Arbeiten mehrfach auf bedeutsamen deutschen Messen, zuletzt im M\'e4rz 2013 auf der Art Karlsruhe in einer "one-man-show" . Arbeiten des K\'fcnstlers sind heute Bestandteil wichtiger Privatsammlungen als auch \'f6ffentlicher Institutionen u.a.\

\f2\b \
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\ls1\ilvl0
\b0 \cf0 {\listtext	\'95	}Rheinisches Landesmuseum, Bonn\
{\listtext	\'95	}Kunsthalle, Bremen\
{\listtext	\'95	}Busch-Reisinger Museum, Cambridge, Massachusetts\
{\listtext	\'95	}Hessisches Landesmuseum, Darmstadt\
{\listtext	\'95	}Historisches Museum, Frankfurt/Main\
{\listtext	\'95	}Kunstsammlungen der Bundesbank, Frankfurt/Main\
{\listtext	\'95	}Kunstsammlungen der Deutschen Bank, Frankfurt/Main\
{\listtext	\'95	}Museum f\'fcr Moderne Kunst, Frankfurt/Main\
{\listtext	\'95	}St\'e4delsches Kunstinstitut, Frankfurt/Main\
{\listtext	\'95	}Oberhessisches Museum, Gie\'dfen\
{\listtext	\'95	}St\'e4dtische Galerie, Karlsruhe\
{\listtext	\'95	}Neue Galerie, Staatliche und St\'e4dtische Kunstsammlungen, Kassel\
{\listtext	\'95	}Kunstsammlung G\'e4stehaus der Stadt Mainz, Mainz\
{\listtext	\'95	}Kunstsammlungen der Landesbank Rheinland-Pfalz, Mainz\
{\listtext	\'95	}Landesmuseum, Mainz\
{\listtext	\'95	}St\'e4dtische Kunsthalle, Mannheim\
{\listtext	\'95	}Saarlandmuseum, Saarbr\'fccken\
{\listtext	\'95	}Museum Wiesbaden, Wiesbaden\
{\listtext	\'95	}Albertina, Wien\
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\f1 \cf0 \
\
Aktionsinitiative Sodener K\'fcnstler (ASK)\
www.Siodener-Kuenstler.de\
Initiator und Kurator Helmut W.Schiffler
\f2 \
Bad Soden am Taunus, den 20.09.2013}